Friede sei mit dir

„Friede sei mit dir! Ich wünsche mir, dass ihr euch das zuruft.“, sagt Lee Jaechun von der koreanischen Delegation. Auf der Bühne stehen Männer und Frauen. Das Besondere: Sie kommen aus Nordkorea und Südkorea. Verfeindete Geschwister. Getrennt in der Folge des Zweiten Weltkriegs. Die Mächte rüsteten das Gebiet zur höchstmilitarisierten Zone der Welt. Russland und China in Nordkorea, die USA und Japan in Südkorea.

Die Reden der Vertreterinnen und Vertreter sprechen von ihrer Sehnsucht nach politischer Entspannung, nach Abrüstung und Wiedervereinigung. Aber auch von der Schwierigkeit der Stellvertretersituation, die sie einnehmen für die Weltmächte und wie wichtig es wäre, ohne Einmischung von aussen zueinander zu finden.

An dieser Konferenz setzten sie ein Zeichen. Am Tag zuvor feierten sie gemeinsam einen Gottesdienst mit einem Agapemahl und trafen sich anschliessend zu einem koreanischen Mittagessen.

Die Kerzenlichtrevolution in Südkorea steht für sie als Hoffnungszeichen. Bis zu zwei Millionen versammelten sich wöchentlich in Seoul und anderen Städten. Mit Kerzen in der Hand prangerten sie die sozialen und politischen Missstände des Landes an. Die Regierung wurde gestürzt. Das Volk hatte sich Gehör verschafft. Die Kerzenrevolution veränderte das politische Klima und stärkte die Hoffnung auf eine friedliche Wiedervereinigung.

Die Kirchen in Korea erleben die geteilte und verfeindete Situation des Landes als Widerspruch zum Willen Gottes, das Leben in Fülle zu sehen. Sie träumen davon, dass eines Tages die Kinder des Nordens und des Südens gemeinsam aufwachsen. Sie beten:

„Steh uns bei, lebendiger Gott. Erneuere und verwandle uns. Nimm die Spaltung von uns und schaffe eine Umgebung, in der ein Leben in Fülle möglich ist.“

 

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